Dampfromantik 2008

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Foto: Tibert Keller (www.tibert.ch)

29.-31.08.2008

Freitag, 29.08.08, Chur - St. Moritz

Am Freitagnachmittag trafen wir auf dem modern gestalteten Bahnhofsvorplatz von Chur bei einer Stange Bier schon die ersten bekannten Gesichter, die sich wie wir auf ein wunderschönes Dampfwochenende freuten. Um 16:58 Uhr startete der Regelzug nach St. Moritz. Bei der Ausfahrt aus Chur begeisterte uns die Schweizer Kunstflugstaffel, die zur Eröffnung der Militärmesse in Chur eine tolle Flugshow zeigte - dies war schon ein erstes Highlight.

Am Ende des roten Regelzuges waren mehrere traditionelle blaue Pullman-Salonwägen, das star(c)ke Stück und ein Packwagen nur für die Ausfahrtsteilnehmer angehängt. In dem von „Starck“ gestylten Barwagen gab es leckere Cocktails, gemixt von zwei netten Jungs (Mobi-Bar), die mit Spaß und Freundlichkeit bei der Sache waren. Mit einem Cocktail in der Hand genossen wir gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten die tolle Trassenführung und die fantastische Schweizer Bergwelt. Nach Ankunft in St. Moritz fuhren wir mit dem Bus ins mondäne Hotel Europa in Champfer. Lob an die Organisatoren, gute Wahl.

 

 

   

 

 

 

 

   

Samstag, 30.08.08, St. Moritz - Chur

Am nächsten Morgen ging es nach einem guten Frühstück wieder mit dem Bus nach St. Moritz, wo auch gleich der Dampfzug mit der Lok 108, namens Engiadina, zusammen mit dem Löschzug erschien. Auch hier wieder reichlich Platz für alle Teilnehmer. Mich zog es gleich ins Rhätia Stübli, in dem man bei offener Tür einen tollen Blick, ein Rauch- und Rußerlebnis hat, weshalb ein Dampflokfan doch dabei ist, oder? In Bever folgte nach einem kurzen Fußmarsch dann die erste Scheinanfahrt, das bedeutet: Fotolinie aufbauen und auf den Zug warten, der gleich mit richtig Dampf und super Sound auf uns zurauscht - ein Gänsehauterlebnis für uns Eisenbahnfreunde.

In Stugl - Stuls, bei einem Überholungsstopp durch den Regelzug, wurden wir schlagartig um 100 Jahre zurückversetzt; denn im Zuge der Unesco-Weltkulturerbe-Verleihung für die Albulalinie übte hier gerade eine Laienschauspielgruppe das Leben vor hundert Jahren. Dies passte natürlich perfekt zu unserem Zug und war ein sehr interessanter Zwischenstopp. Auf der eingleisigen Strecke muss sich der Dampfzug immer nach dem Fahrplan des Regelzugs richten, aber dank unseres gutgelaunten RhB-Zugführers gelang dies immer problemlos.

In Filisur war das Mittagessen organisiert. Wir saßen bei schönstem Wetter unter einer Weinreben-Pergola und bekamen stilecht unsere Wurst und Fleisch aus dem Lokigrill - ein tolles Ereignis jagt das andere! Von hier durften die Wanderer unter den Dampffreunden unter Leitung von Hans-Peter und Christian in Richtung Landwasserviadukt gehen. Aber diesmal von unten, ganz neues Bild, wenn der Dampfzug aus dem Tunnel kommt und übers Viadukt zieht. Nach einem kurzen Fußmarsch kamen wir in Alvaneu an, wo unser Dampfzug leider schon abgefahren war, wegen Fahrplanengpässen mit dem Glacierexpress. Nach kurzer Organisationspause wurde von unserem Reiseleiter Martin ein außerplanmäßiger Stopp eines Regelzugs organisiert. Wenn auch so nicht eingeplant, hat auch dies super geklappt. In Thusis wartete unser Dampfzug und wir Wanderer wurden zur Entschädigung zu Freibier, Vesper-Plättli, und Glace ins Filisurer Stübli eingeladen - Merci an die Reiseleitung.

An diesem Abend übernachteten wir in Untervaz, zuerst mal den Ruß aus den Haaren waschen, vor dem Abendessen im Kreise von Dampflokfreunden.
 

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

Sonntag, 31.08.08, Chur - Disentis -Chur

Am nächsten Morgen holte uns der Dampfzug mit Doppeltraktion (107 – Albula und 108 – Engiadina) direkt in Untervaz ab und fuhr über Chur ins wild-romantische Ruinalta (Rheintal), wo es nur Rhein, Eisenbahn und Felswände gibt - ein einmaliges Bahn- und Naturerlebnis, begleitet von wenigen Kanuten und Floßfahrern. In dieser schönen Umgebung gab es eindrucksvolle Scheinanfahrten mit zwei Dampfloks, viel Rauch, Sound und Ruß - ein besonderes Erlebnis für Nase, Augen und natürlich die Ohren. Es ist immer wieder schön, wie die Leute erstaunt schauen und spontan winken, wenn in der heutigen Zeit ein Dampfzug vorbeikommt. Auch werden wir häufig von Oldtimer Autos begleitet, wie heute ein 1935er Renault.

Mittags in Sumvitg wurden beide Loks von Hand gedreht, von fotobegeisterten Eisenbahnern genau festgehalten. Einige, wir auch, fuhren mit dem Regelzug weiter nach Disentis zum dort organisierten Mittagessen, das sehr freundlich und zügig serviert wurde. Somit blieb noch Zeit für einen Spaziergang, bevor es mit dem Regelzug zurück nach Sumvitg ging. Beide Loks waren inzwischen gedreht und mit Wasser aufgefüllt. Die Rückfahrt genossen wir bei ausgelassener Stimmung im Rhätia Stübli und verließen den Zug in Untervaz. Unser Schutzengel war uns stets mit 15-minütiger Verzögerung auf den Fersen - vielen Dank an den Lokführer des Löschzugs mit der roten Lok „Thusis“.

 

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

Für einen Dampflokfreund wie mich war dies eine wunderschöne Ausfahrt, perfekt organisiert, mit vielen Scheinanfahrten, die unsere Lokführer immer toll inszenierten, schönen Eindrücken und guten Erklärungen sowie die Bewirtungen im Zug, die organisierten Essen und die Hotelunterkünfte. Es ist toll, dass es diesen „Verein Dampffreunde der Rhätischen Bahn“ und vor allem deren Verantwortliche und viele Helfer gibt, die zum Gelingen dieser Ausfahrt beitrugen. Ihnen allen meinen herzlichen Dank und meine Empfehlung an Dampflokfreunde, hier Mitglied zu werden. Es lohnt sich!

Bericht: Horst Zapf
Fotos: M.Haudenschild