Verein Dampffreunde der Rhätischen Bahn
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Dampfdoppeltraktion am 21. Juni 2014

Am 21. Juni 2014 war es soweit. Die Rhätische Bahn begeisterte gross und klein mit einer ganz speziellen Fahrt, einer Dampfdoppeltraktion (DDT) von Landquart, über Chur, nach Samedan und zurück. Die Albulalinie ist eine ganz spezielle Strecke für eine DDT. Seit Jahrzehnten wurde keine DDT mehr über die UNESCO- (Teil) Strecke geführt. Grund für diese absolute Seltenheit ist die Beschaffenheit der Kehrtunnels. Diese Kehrtunnels sind mit Schutzplatten im Gewölbe ausgerüstet, die die Fahrleitung von der Felserosion schützen. Diese Platten können durch den Kaminausstoss einer Arbeitenden Dampflok gelöst werden und würden dann die Fahrleitung beschädigen.
Durch angebrachte „Verstärkungen“ der Gewölbeplatten hat die RhB die DDT möglich gemacht. Durch diese Massnahme hat sich die Rhätische Bahn eine einzigartige Geburtstagsfahrt beschert.
Im Vorfeld gab es Gerüchte und Diskussionen, dass die Fahrt evtl. nicht stattfinden würde oder einen Vorspann erhalten könnte (dieser Sachverhalt wurde auch RhB intern Diskutiert). Dies da die Waldbrandgefahr in Graubünden zurzeit auf der Stufe „erheblich“ ist. Die Fahrt wurde aber wie geplant mit zwei Dampfrössern durchgeführt.
Die Fahrt mit der G 4/5 Nr. 107 „Albula“ + Nr. 108 „Engiadina“ ging morgens um 08.25Uhr in Landquart los. In Chur stiegen die offiziellen, geladenen Gäste der Rhätischen Bahn zu. Ebenfalls durften 44 ausgewählte Medienvertreter Platz nehmen. Nun ging es los. Durch das Domleschg und die Schinschlucht ins Albulatal. In Filisur wurde der Zug freudig erwartet. Der Mittagshalt glich einem kleinen Volksfest. Die Dorfmusik spielte auf und es gab Würste, Fleischkäse, Kartoffelsalat und Kuchen aus einem Festzelt.
Der erste Teil dieser Fahrt verlief wie im Bilderbuch, ohne Probleme, einer wunderbaren Stimmung und ohne Einsatz des Löschzuges. In Filisur verabschiedeten wir uns von den 4 Lokführern und dem Zugchef. Diese genossen in Filisur eine längere Pause um am Abend den Zug wieder in Empfang zu nehmen. Das neue Lok- und Zugspersonal von Samedan übernahm seine Aufgaben.
Nach Filisur erfolgte der lang ersehnte Abschnitt der Reise. Die beiden dampfenden und fauchenden Maschinen bei ihrer Arbeit zu geniessen, erfreute die rund 200 Gäste und auch die zig Fotografen entlang der Strecke. (Anmerkung des Verfassers; Das KS wurde durch die RhB unter Verschluss gehalten um die Exklusivität zu wahren).
In Preda angekommen wurden die Gäste auf die Fahrt durch den Albulatunnel vorbereitet (Fenster schliessen). In Spinas angekommen freuten sich dann alle auf die Frische Engadinerluft.
In Samedan wurden die Maschinen abgedreht und neu bestückt (Kohle und Wasser). Mit einer Verspätung von ca. 20min ging es zurück durch den Albula Richtung Chur – Landquart.
Auch die Talfahrt verlief reibungslos und war wiederum sehr eindrücklich. In Filisur wurde dann das Lok- und Zugspersonal wieder gewechselt. Und weiter ging es nach Chur.
Dort verliessen uns einige Gäste. In Landquart war dann um ca. 19.15 Uhr (vorzeitig) Endstation. Der Löschzug wurde unverrichteter Dinge weggestellt.
Die Fahrt war ein ganzer Erfolg und machte Lust auf mehr. Der Tag war voller Höhepunkte, die Gäste und auch das RhB- wie auch das Vereinspersonal war glücklich diesen Tag mitzugestalten. Eine wirklich unvergessliche Fahrt!
Vielen Dank an die Organisatoren (Verein und RhB) sowie die Hotels Grischuna und Schöntal sowie das Bahnhöfli Filisur und die Musikgesellschaft Filisur für den wunderschönen und köstlichen Mittagshalt. Vielen Dank auch an die ca. 200 Gäste und die freiwilligen Helfer.

Text: Christian Meyer