Bahnhof Bonaduz - Schon fünf Jahre in Damenhänden


Bild: T.Keller (www.tibert.ch)

Dank dem Verein Dampffreunde der RhB und der Unterstützung durch die Gemeinde verfügt Bonaduz immer noch über einen bedienten Bahnhof. Die Nachfragebilanz nach fünf Jahren sieht erfreulich aus und stimmt für die Zukunft zuversichtlich.

Als Ende August 2004 Willi Gasner in den Ruhestand trat ging die Ära der Bonaduzer Bahnhofvorstände zu Ende und es drohte die Schliessung des Billettschalters. Diese Gelegenheit kam dem Verein Dampffreunde der Rhätischen Bahn wie gerufen. Er hatte bereits den ebenfalls geschlossenen Bahnhof Grüsch als Sitz für administrativen Tätigkeiten ins Auge gefasst. «Da hatten wir uns schnell für Bonaduz entschieden, denn die aufstrebende Gemeinde ist ein anderes Kaliber», erinnert sich Vereinspräsident Hanspeter Wildi.

Mit Carmen Gredig, Bahnhofmanagerin der ersten Stunde, fand sich auch eine kompetente Stellenbesetzung. Zusammen mit ihren Fachkenntnissen und der zur Verfügung stehenden Infrastruktur bietet der Bahnhof Bonaduz ein umfassendes Sortiment, das weit über gewöhnliche Billette hinaus geht und nicht auf Schweizer Gebiet beschränkt ist. Damit lassen sich auch Vereinsreisen ins Ausland oder Fahrten mit individuellen Elementen planen.

Umsatz verdoppelt

Im Juli 2007 konnte dank zusätzlichem Engagement der Gemeinde die Schalteröffnungszeit von vier auf sechs Stunden ausgeweitet werden um auch am Morgen früh die Pendler bedienen zu können. Seither steht am Bahnhof ein Damen Dreierteam im Einsatz zu denen neben Gredig auch Denise Salutt und Ursula Sgier zählen. Sie alle haben die Ausbildung mit langjähriger Berufserfahrung im RhB-Stationsdienst mitgebracht.

«Wir konnten den Umsatz jährlich steigern und haben ihn in den fünf Jahren verdoppelt», bilanziert Wildi. Unter der Voraussetzung dass sich die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen nicht verschlechtern setzt Wildi auf Kontinuität. Nicht an die Öffnungszeiten (Mo-Fr 6.15-12.15 Uhr) gebunden ist der Kontakt über Internet (www.dampfvereinrhb.ch) und E-Mail (kundendienst@dampfvereinrhb.ch).

Lebendiges Geschichtserlebnis

Zu den Tätigkeiten der Damen gehören auch Hintergrundsarbeiten für den Verein, der sich tatkräftig für das lebendige Erbe der RhB einsetzt. Dies in erster Linie mit den jährlich etwa zehn Nostalgiezügen der Gattung Dampf-, Muttertags-, Advent- (am 28. November) und Samichlausfahrten (5. und 6. Dezember).

Damit besteht eine Wesengemeinschaft zwischen den Vereinszielen und der Bahnhofsdienstleistungen, was Wildi als grossen Vorteil herausstreicht.

Mit dem zur Tradition geworden jährlichen Bahnhoffesten will der Verein auch eine Bindung zur Bevölkerung schaffen.

Wildi wünscht sich weitere freiwillige Kräfte im 1977 gegründeten Verein, die sich beispielsweise als Begleiter in den Sonderzügen ums Wohl der Gäste kümmern.

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