Dampffestival Untervaz

Das Dampffestival 2006 ist bereits Vergangenheit

Es mögen 15'000 oder 18'000 Dampffans, Bahn-Nostalgiker, Freunde der RhB oder einfach Neugierige gewesen sein, die an diesem letzten Oktober-Wochenende 2006 nach Untervaz pilgerten.

Anlass war der 100. Geburtstag der beiden RhB-Dampflokomotiven G 4/5 Nr. 107 und 108 und die Tatsache, dass die beiden Jubilärinnen, die hundert Jahre treu ihren Dienst taten als namenlose Dienerinnen ihrer RhB, endlich getauft werden sollten.
Und zu dieser Taufe kamen sie in Scharen, die Gratulantinnen aus nah und fern, alles bestandene Damen, glänzend herausgeputzt, mit ebenso schönen wie historisch wertvollem Anhang: dem Teak-Barwagen und weiterer Schmuckstücke des Amor-Express aus Herisau zum Beispiel.
Und die Gelegenheit, Fahrzeuge und Technik aus der Dampfepoche hautnah zu sehen, zu spüren, zu hören und zu riechen war für Besucher aus halb Europa Grund zu einer Wochenend-Reise ins Churer Rheintal.

Organisator des Anlasses war "historic-RhB", und die für einen Anlass von Normal- und Meterspur-Eisenbahnfahrzeugen bestens geeignete Infrastruktur im Industriegebiet der Holcim-Zementwerke in Untervaz bot für den Anlass ein ideales Umfeld. Die Landstation Untervaz war Ziel der einlaufenden Züge, die zum Teil dann in die Gleisanlagen vom Holcim verschoben und dort zur Besichtigung oder zur Benützung als Shuttle zwischen Bahnhof und Festplatz benützt werden konnten.
Rund um diese Szene Eisenbahnen im Kleinformat, ein Festkino mit Filmen rund um die RhB, Souvenirstände, dampfende Kuriositäten und zwei grosse Festwirtschaften.

Nicht geplant war eine kleine Entgleisung einer Lok auf einer Weiche und deren Aufgleisung man live verfolgen konnte. Die Mannen der Aufgleistruppe hatten wohl noch nie ein derart zahlreiches Publikum!
Durch diese Entgleisung waren Zufahrten von Normalspurzügen nach Untervaz zwei Stunden lang blockiert, was leider zu unangenehmen Verspätungen führte. Die Organisatoren entschuldigen sich bei den betroffenen Fahrgästen dafür in aller Form.
Auch dafür, dass nach dem Aussteigen an ungewohntem Ort noch Fussmärsche im Gleisbett nötig wurden.

Taufe und Lokparade als Höhepunkte am Sonntag

Nicht geplant war auch der verregnete Sonntag, der dem warmen Samstag folgte. Er konnte aber die Tausenden von Besuchern nicht davon abhalten, für die Loktaufe und die folgende Lokparade nochmals von weither anzureisen.

Sich die Kessel zuwendend bewegten sich die Jubilarinnen gemessenen Tempos auf dem langen Industriegleis wie auf einem Laufsteg, ihrer Würde wohl bewusst. Walter Anderau, in Frack und Zylinder, würdigte als einer der Taufpaten den tieferen Sinn der Taufe und freute sich mit den Täuflingen über ihre Namen: "Albula" und "Engiadina".
Diana Hofstetter, Marketing-Leiterin der RhB, traf mit ihrer Champagerflasche auf Anhieb und durfte dann, in verführerischem Biedermeier-Look, wie der Götti die Crew ihrer Lok auf dem Führerstand begleiten.

Den beiden nun getauften Damen sei ein weiterhin erfolgreiches Überleben gewünscht, auf dass Sie in jugendlicher Schönheit und Kraft noch den Weg zu unseren Enkeln und Urenkeln finden!

Höhepunkt des Tages war die folgende Lokparade, bei der sich in 2-Minuten-Abständen auf dem für beide Spurbreiten ausgelegten Gleis Dampfloks in Meter- und Normalspur folgten, angeführt von der kleinen Rätia, Nr. 1 der RhB aus dem Jahr 1889. Dabei war auch der Dampftriebwagen der ehemaligen Uerikon-Bauma-Bahn, die Bernina-Dampfschneeschleuder, eine G 3/5 der SBB, das Tigerli aus dem Zürcher Oberland und natürlich die beiden Jubilarinnen Albula und Engiadina. Ein einmaliges Spektakel, das europaweit kaum anderswo erlebt werden kann! Eine riesige Menschenmenge auf beiden Seiten des langen Gleises mit bunten Windjacken und Regenschirmen ergab ein lebendiges, einmalig farbiges Bild. Das Schlusskonzert aus einem Dutzend Dampflok-Pfeifen bildete einen auch akustisch einmaligen Schlusspunkt.

Ein schönes, ereignisreiches Wochenende hat seinen guten und unfallfreien Abschluss gefunden. Dazu hat ein professioneller Stab an RhB-Betriebsfachleuten wesentlich mitgetragen. Ihnen war trotz der grossen Verantwortung die Freude an diesem nicht alltäglichen Job anzusehen.
Ohne das Gastrecht, das die Holcim und Nachbarfirmen den Organisatoren einräumten und ihre grossartige Zusammenarbeit wäre der Anlass auch nicht möglich gewesen, auch nicht ohne die Feuerwehr Untervaz, die ihre Mannen zum Zeltauf- und Abbau freistellte. Ihnen allen ein ganz herzliches Dankeschön.

Das Team von historic RhB mit Geni Rohner und Martin Haudenschild stellvertretend für viele freiwillige Vereinsmitglieder und unterstützt von Voluntaris aus Graubünden, dem "Unterland" und aus Deutschland hat fast übermenschliche Arbeit geleistet, damit in Graubünden so etwas möglich wurde. Danke allen ebenfalls sehr herzlich.

Die nicht ganz geringen Kosten für den Anlass erhofften die Veranstalter mit dem Verkauf von Plaketten für 10 Franken zu decken.
Ein allfälliger Überschuss würde zur Finanzierung von Projekten, zum Beispiel der Restaurierung des "fliegenden Rätiers (1939)
oder weiterer Schmuckstücke aus den ersten Betriebsjahren der RhB, verwendet.
Den vielen Käufern solcher Plaketten sei auch an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.

Falls auch Sie, lieber Leser, im Nachhinein feststellen, dass wir mit dem Dampffestival 2006 etwas Schönes und für Graubünden wohl Einmaliges geboten haben: Unser Spendenkonto ist immer geöffnet:



historic RhB, Bahnhofstrasse 25, 7002 Chur
Konto Graubündner Kantonalbank , PC 70-216-5
Spendenkonto CH43 0077 4110 4224 4850 0

Ebenfalls immer noch erhältlich, die schöne Festivalplakette. Die hier im direkt Online bezogen werden kann.

Text: Willy Hochstrasser, Prässident historic RhB

Möchten Sie eine schöne Erinnerung an das Dampffestival in Untervaz? Wir verkaufen die Festivalplaketten im
Zweiersatz zu Fr. 5.--, dieser kann hier im Internet bestellt werden.

Bericht auf bahnonline.ch

Bestellung "Erinnerungs-Plaketten"

 

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